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=> Arbeitsposition/Körperhaltung
Aus dem gleichen Grund ist ein ausreichender Leseabstand außerordentlich
wichtig:
der Mindestabstand beim Lesen und Schreiben ist die Unterarmlänge einschl.
Faust (Harmon-Distanz).
Beim Lesen und Schreiben „mit der Nase“ geht die Figur/Grund-Relation
verloren, es entsteht „Nahstreß“.
„Der Mensch braucht einen geraden Horizont und festen Boden unter den
Füßen.“
Bevor Lesen und Schreiben Allgemeingut war, gab es Schreiber (zumeist
Mönche), die an Stehpulten geschrieben haben.
Sie standen auf dem Boden und hatten schräge Schreibflächen, so daß sie
bei leicht geneigtem Kopf senkrecht auf das Papier sehen konnten! Sie
wußten, daß man so ein wesentlich entspannteres und verzerrungsfreieres
Sehen hat als bei einer waagrechten Unterlage mit schrägem Draufblick.
Bei sehr vielen Kindern mit Lese-/Schreibproblemen kann man beobachten,
daß sie die Beine baumeln lassen (oder irgendwie um die Stuhlbeine ranken)
und mit schiefhängendem Oberkörper über ihrem Heft kauern!
Geneigte Schreibtischplatten (oder aufsetzbare Lesepulte) verbessern nicht
nur die visuelle Wahrnehmung durch günstigere Blickwinkel, sie zwingen
auch zu einer aufrechteren Haltung beim Schreiben und verbessern damit den
Lese-/Schreibabstand ebenso wie sie zu einer freieren Atmung führen.
Dabei soll die Stuhlhöhe gewährleisten, dass ein Abstellen der Füße auf
dem Boden möglich ist (Stabilisierung des Horizonts).
Klassenzimmer, Nachmittagsbetreuungen bzw. der Küchentisch an dem die
Hausaufgaben häufig innerhalb der ersten Schuljahre gemacht werden,
erfüllen meistens nicht einmal die minimalsten Anforderungen an ein
beschwerdefreies Lesen und Schreiben: vor allem kleinere Schüler erreichen
bei weitem nicht den nötigen Arbeitsabstand und müssen häufig mit den
Füßen baumeln, da sie nicht bis zum Boden reichen.
Durch die weit verbreitete blockweise Anordnung der Tische müssen viele
Kinder über die Schulter nach vorne an die Tafel sehen, d.h., dass
überwiegend ein Auge benutzt wird. Wenn es sich dabei nicht um das
dominante Auge handelt, entsteht ein ähnliches Problem wie bei einem
Fußballer, der rechtsfüßig schießen kann, aber auf der linken Seite
spielen muß!
Das geschieht in einem Alter, in dem das
räumliche Sehen noch nicht fertig entwickelt ist!
Um zu vermeiden, dass Lese-/Rechtschreibprobleme in der Schule erst
entstehen, sollten Klassenzimmer so gestaltet sein, dass alle
Kinder gerade nach vorne sehen können und Tische und Stühle ihrer
Körpergröße entsprechen. |